Extrablatt der Celleschen Zeitung und Anzeigen.

Oktober 1914


 

WTB. Großes Hauptquartier, 30. September, 9 Uhr 40 Min. abends. (Amtlich.) Nördlich und südlich Albert vorgehende überlegene feindliche Kräfte sind unter schweren Verlusten für sie zurückgeschlagen worden. Aus der Front der Schlachtlinie ist nichts Neues zu melden. In den Argonnen geht unser Angriff stetig, wenn auch langsam, vorwärts. Vor den Sperrforts an der Maaslinie sind keine Veränderungen. In Elsass-Lothringen stieß der Feind gestern in den mittleren Vogesen vor. Seine Angriffe wurden kräftig zurückgeworfen.

Vor Antwerpen sind zwei der unter Feuer genommenen Forts zerstört.

Vom östlichen Kriegsschauplatz ist noch nichts Besonderes zu melden.


 

 

 

Erfolge in Frankreich und Belgien.

WTB. Großes Hauptquartier, 1. Oktober,10 Uhr abends.(Amtlich.) Am 30. September wurden die Höhen von Roy und Fresnoy, nordwestlich von Noyon, den Franzosen entrissen. Südöstlich von St. Mihiel wurden am 1. Oktober Angriffe von Toul her zurückgewiesen. Die Franzosen hatten dabei schwere Verluste.

Der Angriff auf Antwerpen schreitet erfolgreich fort.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist keine Veränderung.


 

 

Im Oktober 1914 hatten deutsche Truppen die Lorettohöhe bei Ablain erreicht und besetzt

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Große Erfolge vor Antwerpen - Franzosen südlich Roye geworfen.

WTB. Großes Hauptquartier, 2. Oktober abends. (Amtlich.) Vor dem westlichen Armeeflügel wurden erneute Umfassungsversuche der Franzosen abgewiesen. Südlich von Roye sind die Franzosen aus ihren Stellungen geworfen. In der Mitte der Schlachtfront ist die Lage unverändert. Die in den Argonnen vordringenden Truppen erkämpften im Vorschreiten nach Süden wesentliche Vorteile. Östlich der Maas unternahmen die Franzosen aus Toul energische nächtliche Vorstöße, die unter schweren Verlusten für sie zurückgeworfen wurden.

Vor Antwerpen sind die Forts Wavre, St. Catherine, Redoute, Dorpweldt mit Zwischenwerken gestern Nachmittag 5 Uhr erstürmt. Das Fort Waelhem ist eingeschlossen. Der westlich herausgeschobene wichtige Schulterpunkt Termonde befindet sich in unserem Besitz.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz scheint der Vormarsch russischer Kräfte über den Njemen gegen das Gouvernement Suwalki bevorzustehen.


 

 

WTB. Großes Hauptquartier, 3. Oktober. (Amtlich.) Auf dem französischen Kriegsschauplatz sind heute keine wesentlichen Änderungen eingetreten.

Im Angriff auf Antwerpen fielen auch die Forts Liere, Waelhem und Königsschooht und dazwischen liegende Redouten in den Zwischenstellungen. 30 Geschütze sind erobert. Die im äußeren Fortgürtel gebrochene Lücke gestattet, den Angriff gegen die innere Fortlinie und Stadt vorzutragen.

Im Osten sind das dritte sibirische und Teile des 22. Armeekorps, welche sich auf dem linken Flügel der über den Njemen vordringenden russischen Armee befanden, nach zweitägigem erbitterten Kampfe bei Augustow geschlagen. Über zweitausend unverwundete Gefangene und eine große Anzahl Geschütze und Maschinengewehre sind erbeutet.


 

 

Es geht vorwärts

WTB. Großes Hauptquartier, 5. Oktober. (Amtlich.) Auf dem westlichen Kriegsschauplatz geht es vorwärts. Der Kampf am rechten Flügel und in den Argonnen ist erfolgreich.

Die Operationen vor Antwerpen und auf dem östlichen Kriegsschauplatz vollzogen sich planmäßig ohne Kampf.


 

 

Zwei Forts vor Antwerpen zum Schweigen gebracht, eins genommen.

WTB. Großes Hauptquartier, 5. Oktober, abends (Amtlich.) Vor Antwerpen sind die Forts Kessel und Broechem zum Schweigen gebracht die Stadt Lierre und das Eisenbahnfort an der Bahn Mecheln - Antwerpen sind genommen.

Auf dem rechten Flügel in Frankreich wurden die Kämpfe erfolgreich fortgesetzt.

In Polen gewannen die gegen die Weichsel vorgehenden deutschen Kräfte Fühlung mit den russischen Truppen.


 

 

Erfolge im südlichen Polen — 3000 Russen gefangen.

WTB. Großes Hauptquartier, 6. Oktober, abends.(Amtlich.) Die fortgesetzten Umfassungsversuche der Franzosen gegen unseren rechten Heeresflügel haben die Kampffront bis nördlich Arras ausgedehnt. Auch westlich Lille und westlich Lens trafen unsere Spitzen auf feindliche Kavallerie. In unseren Gegenangriffen über die Linie Arras — Albert—Roye ist noch keine Entscheidung gefallen. Auf der Schlachtfront zwischen Oise und Maas bei Verdun und in Elsass-Lothringen sind die Verhältnisse unverändert.

Auch von Antwerpen ist heute nichts besonderes zu melden.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist der russische Vormarsch gegen Ostpreußen im Gouvernement Suwalki zum Stehen gebracht. Bei Suwalki wird der Feind seit gestern erfolgreich angegriffen.

In Russisch-Polen vertrieben deutsche Truppen am 4. Oktober die Garde-Schützenbrigade aus einer befestigten Stellung zwischen Opatow und Ostrowic und nahmen ihr etwa 3000 Gefangene, mehrere Geschütze und Maschinengewehre ab. Am 5. Oktober wurden zweieinhalb russische Kavalleriedivisionen und Teile der Hauptreserve von Iwangorod bei Radom angegriffen und auf Iwangorod zurückgeworfen.


 

 

Aus den Kolonien.

WTB. Berlin, 7. Oktober. (Nichtamtlich). Aus Tokio wird amtlich gemeldet: Eine Marineabteilung besetzte Jaluit, den Sitz der Regierung der Marshallinseln widerstandslos. Für die englischen Kaufleute wurde die Einfuhr freigegeben. Die Marineverwaltung erklärt, die Landung sei eine rein militärische Handlung gewesen. Eine dauernde Besetzung sei nicht beabsichtigt.

In einer offiziellen Mitteilung des britischen Kolonial-Ministeriums heißt es: Der Feind unternahm im September zahlreiche Versuche, in Britisch-Ost-Afrika einzudringen und die

Uganda-Bahn abzuschneiden. Alle Versuche wurden zurückgewiesen. Nur eine Kreuzstation wird von einer kleinen deutschen Abteilung gehalten. Die normale Truppenbesatzung ist durch indische Truppen verstärkt worden.

Der Gouverneur von Kamerun meldet siegreiche Gefechte im Anfang September gegen Engländer und Franzosen. In diesen Gefechten sind die Oberleutnants v. Rothkirch und Mibrat sowie Bezirkshauptmann Rausch gefallen. Die zuständigen Stellen nehmen an, dass die Kämpfe am Benue-und am Groß-Flusse stattfanden.


 

 

Weitere Erfolge vor Antwerpen und im Osten - 7500 Russen gefangen.

WTB. Großes Hauptquartier, 7. Oktober, abends. (Amtlich.) Die Kämpfe auf dem rechten Heeresflügel in Frankreich haben noch zu keiner Entscheidung geführt. Vorstöße der Franzosen in den Argonnen und auf der Nordwestfront von Verdun wurden zurückgewiesen.

Bei Antwerpen ist das Fort Wroechem in unserem Besitz. Der Kampf hat den Rethe-Abschnitt überschritten und nähert sich dem inneren Fortgürtel. Eine englische Brigade und die Belgier wurden zwischen dem äußeren und inneren Fortgürtel auf Antwerpen zurückgeworfen. Vier schwere Batterien, 52 Feldgeschütze, viele Maschinengewehre, auch englische, wurden in freiem Felde genommen.

Der Angriff der Russen im Gouvernement Suwalki ist abgewiesen; die Russen verloren 2700 Gefangene und neun Maschinengewehre. In Polen wurden in kleinen erfolgreichen Gefechten westlich Iwangorod 4800 Gefangene gemacht.


 

 

Die Beschießung Antwerpens.

 

WTB. Brüssel, 8. Oktober. (Nichtamtlich). Gemäß Artikel 26 des Haager Abkommens betreffend die Gesetze des Landkrieges ließ General Beseler, Befehlshaber der Belagerungsarmee von Antwerpen, durch Vermittlung der in Brüssel beglaubigten Vertreter neutraler Staaten gestern Nachmittag die Behörden Antwerpens von der bevorstehenden Beschießung verständigen. Die Beschießung hat um Mitternacht begonnen.

WTB. Köln, 8. Oktober. (Nichtamtlich). Der „Köln. Ztg." wird von der holländischen Grenze aus Rozendaal gemeldet: Die Beschießung Antwerpens dauerte die ganze Nacht hindurch, das Feuer war so heftig, dass in Rozendaal die Häuser zitterten. Tausende von Flüchtlingen sind angekommen oder werden noch erwartet. Während der ganzen Nacht konnte man hier die Feuersglut wahrnehmen. Die Petroleumbehälter im Hafen scheinen in Brand zu stehen. Der Südbahnhof brennt ebenfalls, der Hauptbahnhof hat ernstlich gelitten. Die Regierung hat befohlen, alle Eisenbahnzüge für die Beförderung von Verwundeten und Flüchtlingen bereit zu halten.

 


 

 

WTB. Großes Hauptquartier, 8. Oktober. (Amtlich.) Vom westlichen Kriegsschauplatz sind Ereignisse von entscheidender Bedeutung nicht zu melden. Kleine Fortschritte sind bei St. Mihiel gemacht.

Vor Antwerpen ist das Fort Breendonck genommen. Der Angriff auf die innere Fortlinie und damit die Beschießung der dahinter liegenden Stadtteile hat begonnen, nachdem der Kommandant der Festung die Erklärung abgegeben, dass er die Verantwortung übernehme.

Die Luftschiffshalle in Düsseldorf wurde von einer durch einen feindlichen Flieger geworfenen Bombe getroffen, das Hallendach durchschlagen und die Hülle eines in der Halle liegenden Luftschiffes zerstört.

Im Osten erreichte eine von Lomsha anmarschierende russische Kolonne Lyck.


 

 

Antwerpen vor dem Falle.

WTB. Essen a.d.R., 9. Oktober. Die Rheinisch-Westfälische Zeitung verbreitet durch Extrablatt folgende Meldung aus Rotterdam: 33 deutsche Handelsdampfer, darunter der Lloyddampfer „Gneisenau" und viele andere große Seedampfer, sowie über 20 Rheinschiffe sind heute im Hafen von Antwerpen auf betreiben der Engländer in die Luft gesprengt, da die Niederlande dem Verlangen, die Dampfer zum Abtransport von Flüchtlingen der Garnison nach England durchzulassen, nicht stattgab.

König Albert wollte gestern vor Beschießung der Stadt diese übergeben, er wurde aber von englischer Seite daran gehindert.


 

 

Antwerpen in unserem Besitze.

WTB. Großes Hauptquartier, 9. Oktober, abends. (Amtlich.) Heute Vormittag sind mehrere Forts der inneren Befestigungslinie von Antwerpen gefallen. Die Stadt befindet sich seit heute Nachmittag in deutschem Besitz. Der Kommandant und die Besatzung haben die Festung verlassen. Nur einzelne Forts sind noch vom Feinde besetzt. Der Besitz von Antwerpen wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Die Russen ziehen sich in Galizien zurück.

WTB. Wien. Amtlich wird verlautbart: Unser Vorrücken zwang die Russen in ihren vergeblichen Anstrengungen gegen Przemysl, die in der Nacht auf den 8. Oktober ihren Höhepunkt erreichten und den Stürmenden ungeheure Opfer kosteten, nachzulassen. Gestern Vormittag wurde das Artilleriefeuer gegen die Festung schwächer, der Angreifer begann Teile seiner Kräfte

zurückzunehmen. Bei Lancut stellte sich unseren vordringenden Kolonnen starker Feind zum Kampf entgegen, der noch andauert. Aus Roszwadow sind die Russen bereits vertrieben. Auch in den Karpaten steht es gut. Der Rückzug der Russen aus dem Marmaros-Komitate artet in Flucht aus.


 

 

WTB. Wien, 10, Oktober. (Amtlich.)Gestern versuchte der Feind einen Sturm auf die Südfront von Przemysl, der zurückgewiesen wurde. Dann wurde die Rückwärtsbewegung der Russen allgemein, sie mussten auch die Westfront räumen; unsere Kavallerie ist dort eingeritten. Fünf bis sechs russische Infanterie-Divisionen stellten sich bei Lancut, mussten aber flüchten.

Ferner wurde eine Kosaken-Division und eine Infanterie-Brigade östlich von Dywow zurückgeworfen, unsere Truppen sind dem Feinde überall auf den Fersen.


 

 

Schöne Erfolge in West und Ost.

WTB. Großes Hauptquartier 11. Oktober, abends. (Amtlich.) Westlich Lille schlug unsere Kavallerie am 10. Oktober eine französische Kavallerie-Division völlig. Bei Hazebrouk eine andere französische Kavallerie-Division unter schweren Verlusten. Bei den Kämpfen in der Front im Westen kam es bisher zu keiner Entscheidung.

Über die Siegesbeute in Antwerpen können noch keine Mitteilungen gemacht werden, da Unterlagen erklärlicherweise noch fehlen. Auch über die Anzahl der Gefangenen und über den Übertritt englisch-belgischer Truppen nach Holland liegt kein abschließendes Urteil vor.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind im Norden alle Angriffe der 1. und 10. russischen Armee gegen die ostpreußischen Armeen von diesen am 9. und 10. zurückgeschlagen. Auch Umfassungsversuche der Russen über Schirwindt sind abgewiesen und dabei 1000 Russen gefangen.

In Südpolen erreichte die Spitze unserer Armee die Weichsel. Bei Grojez südlich Warschau fielen 2000 Mann des 2. sibirischen Armeekorps in unsere Hände.

Russische amtliche Nachrichten über einen großen russischen Sieg bei Augustowo-Suwalki sind Erfindung. Wie hoch amtliche russische Nachrichten einzuschätzen sind, zeigt die Tatsache, dass bei Tannenberg-Insterburg keine amtlichen russischen Mitteilungen veröffentlicht sind.

WTB. Wien, 11. Oktober. (Amtlich.) Unser rasches Vorgehen befreite Przemysl von der feindlichen Umklammerung. Unsere Truppen rückten in Przemysl ein. Wo sich die Russen stellten, wurden sie geschlagen und sind bei der Flucht über die Flussübergänge bei Sientawa und Lefajsk massenhaft gefallen.


 

 

 

WTB. Großes Hauptquartier., 13. Oktober (Amtlich.) Vom westlichen Kriegsschauplatz liegen Nachrichten von Bedeutung nicht vor. Heftige Angriffe des Feindes östlich Soissons sind abgewiesen. Im Argonnenwalde finden andauernd erbitterte Kämpfe statt. Unsere Truppen arbeiten sich in dichtem Unterholz und schwierigem Gelände Schritt für Schritt vorwärts. Die Franzosen leisten hartnäckigen Widerstand, schießen von den Bäumen und mit Maschinengewehren von den Baumkanzeln und haben durch Etagenweise angelegte Schützengräben starke festungsartige Stützpunkte eingerichtet.

Die von der französischen Heeresverwaltung verbreitete Nachricht über Erfolge ihrer Truppen in der Weuwreebene sind unwahr. Nach den Aussagenvon Gefangenen ist den Truppen mitgeteilt, die deutschen seien geschlagen, mehrere Fortsvon Metz seien bereits gefallen. In der Tat haben unsere dort fechtenden Truppen an keiner Stelle Gelände verloren. Etain ist nach wie vor in unserem Besitz. Die gestrigen französischen Angriffe gegen unsere Stellung bei St. Mihiel sind sämtlich abgewiesen worden.

Unsere Kriegsbeute von Antwerpen lässt sich auch heute noch nicht übersehen. Die Zahl der in Holland Entwaffneten ist auf annähernd 28 OOO Mann gestiegen. Nach amtlichen Londoner und niederländischen Nachrichten befinden sich hierbei 2000 Engländer. Scheinbar haben sich viele belgische Soldaten in Zivilkleidung nach ihren Heimatorten begeben. Der Gebäude- und Materialschaden von Antwerpen ist gering. Die Schleusen und Fahranlagen sind vom Feinde unbrauchbar gemacht. Im Hafen befinden sich4 englische, 2 belgische, 1 französischer, 1 dänischer, 32 deutsche und 2 österreichische Dampfer; ferner 2 deutsche Segelschiffe. Soweit deutsche Schiffe bisher untersucht sind, scheinen die Kessel unbrauchbar gemacht zu sein.

Auf dem ostpreußischen Kriegsschauplatz verlief der 11. Oktober im Allgemeinen ruhig. Am 12. Oktober wurde ein erneuter Umfassungsversuch der Russen bei Schirwind abgewiesen. Sie verloren dabei 1500 Gefangene und 20 Geschütze.

In Südpolen wurden die russischen Vortruppen südlich von Warschau von unseren Truppen zurückgeworfen. Ein Übergangsversuch der Russen über die Weichsel südlich Iwangorod wurde unter Verlusten für die Russen verhindert.

Oberste Heeresleitung.

 


 

 

WTB. Großes Hauptquartier, 14. Oktober, mittags. (Amtlich.) Von Gent aus befindet sich der Feind, darunter ein Teil der Besatzung von Antwerpen, in eiligem Rückzuge nach Westen zur Küste. Unsere Truppen folgen. Lille ist von uns besetzt. 4500 Gefangene sind dort gemacht worden. Die Stadt war durch ihre Behörden den deutschen Truppen gegenüber als offen erklärt worden. Trotzdem zog der Gegner bei einem Umfassungsversuche von Dünkirchen her Kräfte dorthin vor mit dem Auftrage, sich bis zum Eintreffen der Umfassungsarmee zu halten. Da diese natürlich nicht eintraf, war die einfache Folge, dass die zwecklos verteidigte Stadt bei der Einnahme durch unsere Truppen Beschädigungen erlitt.

Von der Front des Heeres ist nichts Neues zu melden.

Dicht bei der Kathedrale von Reims sind zwei französische Batterien festgestellt und Sichtsignale von einem der Türme der Kathedrale beobachtet. Es ist selbstverständlich dass alle unseren Truppen nachteiligen feindlichen Maßnahmen und Streitmittel bekämpft werden, ohne Rücksicht auf die Schonung der Kathedrale. Die Franzosen tragen also jetzt, wie früher, selbst die Schuld daran, wenn der ehrwürdige Bau weiter ein Opfer des Krieges wird.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind im Kampfe bei Schirwindt die Russen geworfen und haben 3000 Gefangene, 26 Geschütze und 12 Maschinengewehre verloren.

Lyck ist wieder in unserem Besitze. Bialla ist vom Feinde geräumt, weiter südlich sind beim Zurückwerfen russischer Vortruppen auf Warschau 8000 Gefangene gemacht und 25 Geschütze erbeutet.


 

 

WTB. Großes Hauptquartier, 15. Okt. (Amtlich.) Bei Antwerpen wurden im ganzen 4 - 5000 Gefangene gemacht. Es ist anzunehmen, dass in nächster Zeit noch eine große Anzahl belgischer Soldaten, welche Zivilkleidung angezogen haben, dingfest gemacht werden wird.Nach Mitteilung des Konsuls von Terneuzen sind etwa 20 000 belgische Soldaten und 2000 Engländer auf Holländisches Gebiet übergetreten, wo sie entwaffnet wurden. Ihre Flucht muss in größter Hast vor sich gegangen sein. Hiervon zeugen Massen von weggeworfenen Kleidungsstücken, besonders von der englischen Royal-Naval-Division. Die Kriegsbeute in Antwerpen ist groß. Mindestens 500 Geschütze, eine Unmenge Munition, Massen von Sätteln und Woilachs, sehr viel Sanitätsmaterial, zahlreiche Kraftwagen, viele Lokomotiven und Waggons, 4 Millionen Kilo Getreide, viel Mehl, Kohlen, Flachs, für 10 Millionen Mark Wolle, Kupfer, Silber im Werte von etwa einer halben Million Mark, ein Panzereisenbahnzug, mehrere gefüllte Verpflegungszüge und große Viehbestände.

Belgische und englische Schiffe befinden sich nicht mehr in Antwerpen. Die beim Kriegsausbruch im Hafen von Antwerpen befindlichen 34 deutschen Dampfer und zwei Segler sind mit einer Ausnahme vorhanden, jedoch sind die Maschinen unbrauchbar gemacht; angebohrt. Versenkt wurde nur die „Gneisenau" des Norddeutschen Lloyd. Die große Hafenschleuse ist intakt, aber zunächst durch mit Steinen beschwerte, versenkte Kähne nicht brauchbar. Die Hafenanlagen sind unbeschädigt. Die Stadt Antwerpen hat wenig gelitten.

Die Bevölkerung verhält sich ruhig und scheint froh zu sein, dass die Tage des Schreckens zu Ende sind, besonders da der Pöbel bereits zu plündern begonnen hatte. Die Reste der belgischen Armee haben bei Annäherung unserer Truppen Gent schleunigst geräumt. Die belgische Regierung mit Ausnahme des Kriegsministeriums sollen sich nach Le Havre begeben haben. Angriffe der Franzosen in der Gegend von Albert wurden unter erheblichen Verlusten für sie abgewiesen. Sonst im Westen keine Veränderungen.

Im Osten ist der russische, mit starken Kräften unternommene Vorstoß auf Ostpreußen als gescheitert anzusehen. Der Angriff unserer in Polen Schulter an Schulter mit dem österreichischen Heere kämpfenden Truppen befindet sich im Fortschreiten. Unsere Truppen stehen vor Warschau. Ein mit etwa 8 Armeekorps auf der Linie Iwangorod—Warschau über die Weichsel unternommener russischer Vorstoß wurde auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten für die Russen zurückgeworfen.

Die in russischen Zeitungen verbreiteten Gerüchte über erbeutete deutsche Geschütze entbehren jeder Begründung.


 

 

Reiche Kriegsbeute in Belgien. - 4000 Gefangene bei Schirwindt.

WTB. Großes Hauptquartier, 17. Oktober, mittags. (Amtlich.) In Brügge und Ostende wurde reichliches Kriegsmaterial erbeutet, u. a. eine große Anzahl Infanteriegewehre mit Munition und 200 gebrauchsfähige Lokomotiven.

Vom französischen Kriegsschauplatz sind wesentliche Ereignisse nicht zu melden.

Im Gouvernement Suwalki verhielten sich die Russen am gestrigen Tage ruhig. Die Zahl der bei Schirwindt eingebrachten Gefangenen erhöhte sich auf 4000. Ebenso wurden einige Geschütze genommen.

Die Kämpfe bei und südlich Warschau dauern fort.


 

 

Weitere Fortschritte der Österreicher - mehr als 15 000 Gefangene.

Wien, 17. Oktober. (Amtlich.) Sowohl die auf der Linie Stary-Sambor-Medyca und am San entbrannte Schlacht, als auch unsere Operationen gegen den Dnjestr nahmen guten Verlauf. Nördlich Wyslow wurden die Russen abermals angegriffen und geworfen. Bei Synowucke forcierten unsere Truppen den Stryjfluß, gewannen die Höhen nördlich des Ortes und nahmen die Verfolgung des Feindes auf. Ebenso gelangten die Höhen nördlich Podbuz und südöstlich Stary-Sambor nach hartnäckigen Kämpfen in unseren Besitz. Auch nördlich Przemysl begannen wir auf dem östlichen Sanufer festen Fuß zu fassen. Die Zahl der Gefangenen beträgt nach den bisherigen Mitteilungen mehr als 15.000.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.

H o e f e r, Generalmajor.


 

 

Vier deutsche Torpedoboote gesunken.

WTB. Berlin, 18. Oktober. (Amtlich.) Am 17. Oktober, nachmittags gerieten unsere Torpedoboote S 115, S 117, S 118 und S 119 unweit der holländischen Küste in Kämpfe mit dem englischen Kreuzer „Andauntet" und vier englischen Zerstörern. Nach amtlichen englischen Nachrichten wurden die deutschen Torpedoboote zum Sinken gebracht und von ihrer Besatzung sind 31 Mann in England gelandet.

Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes.

Behnke.


 

 

Ein englisches Unterseeboot vernichtet.

WTB. Berlin, 19. Oktober. (Amtlich.) Das englische Unterseeboot E 3 ist am 18. Oktober nachmittags in der deutschen Bucht der Nordsee vernichtet worden.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

gez. Behnke


 

 

Unser Vorgehen im Westen.

WTB. Großes Hauptquartier, 20. Oktober,vormittags. (Amtlich.) Die deutschen, von Ostende längs der Küste vorgehenden Truppen stießen am Ysere- Abschnitt bei Nieuport auf feindliche Kräfte. Mit diesen stehen sie seit vorgestern im Gefecht. Auch gestern wurden Angriffe des Gegners westlich von Lille unter starken Verlusten für die Angreifer abgewiesen.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliches ereignet.


 

 

2000 Engländer gefangen — Ein englisches Torpedoboot kampfunfähig gemacht.

WTB. Großes Hauptquartier, 21. Oktober, vormittags. (Amtlich.)Am Ysere-Kanal stehen unsere Truppen noch in heftigem Kampfe. Der Feind unterstütze seine Artillerie noch vom Meere nordwestlich Nieuport aus. Ein englisches Torpedoboot wurde dabei von unserer Artillerie kampfunfähig gemacht.

Die Kämpfe westlich Lille dauern an. Unsere Truppen gingen auch dort zur Offensive über und warfen den Feind an mehreren Stellen zurück. Es wurden über 2000 Engländer zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist keine Entscheidung gefallen.


 

 

Die Kämpfe im Westen und Osten.

WTB. Großes Hauptquartier, 22. Oktober, vorm. (Amtlich.).Die Kämpfe am Yvre- Kanal dauern noch fort. Elf englische Kriegsschiffe unterstützen die feindliche Artillerie. Östlich Dixomide wurde der Feind zurückgeworfen. Auch in Richtung Ypern drangen unsere Truppen erfolgreich vor. Die Kämpfe nordwestlich und westlich Lille waren sehr erbittert, der Feind wich aber auf der ganzen Front langsam zurück. Heftige Angriffe aus der Richtung Toul gegen die Höhen südlich von Thiaucourt wurden unter schweren Verlusten für die Franzosen zurückgewiesen.

Es ist einwandfrei festgestellt, dass der englische Admiral, der das Geschwader vor Ostende befehligte, nur mit Mühe von der Absicht, Ostende zu beschießen, durch die belgische Behörde abgebracht wurde.

Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz folgen Teile unserer Truppen dem weichenden Gegner in der Richtung Ossowice, mehrere hundert Gefangene wurden gemacht.

Bei Warschau und in Polen wurde gestern nach dem unentschiedenen Ringen der letzten Tage nicht gekämpft. Die Verhältnisse befinden sich dort noch in der Entwickelung.


 

WTB. Großes Hauptquartier, 23. Oktober, Vormittag. (Amtlich.)Am Isere-Kanal wurden gestern Erfolge errungen. Südlich Dixmuide sind unsere Truppen vorgedrungen. Westlich Lille waren unsere Angriffe erfolgreich. Wir setzten uns in den Besitz mehrerer Ortschaften. Auf der übrigen Front des Westheeres herrscht im Wesentlichen Ruhe.

Im Osten wurden russische Angriffe in der Gegend westlich Augustow zurückgeschlagen und dabei mehrere Maschinengewehre erbeutet. Vom südöstlichen Kriegsschauplatz liegen noch keine abschließenden Meldungen vor.


 

 

Dreizehn englische Dampfer vom Kreuzer „Karlsruhe" versenkt. — Erfolge der Österreicher.

WTB. London. (Nichtamtlich.)Das Reutersche Bureau meldet aus Las Palmas: Der deutsche Dampfer „Krefeld" ist in Teneriffa eingelaufen mit den Mannschaften von dreizehn britischen Dampfern an Bord, die der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" in der Atlantik versenkt hat. Die Gesamttonnage der versenkten Dampfer beläuft sich auf 60 000 Tonnen.

WTB. Wien, 23. Oktober,Amtlich wird verlautbart: 23. Oktober mittags. Während gestern in der Schlacht südlich von Przemysl hauptsächlich unsere gegen die feindlichen Stützpunkte eingesetzte schwere Artillerie dass Wort hatte, entwickelten sich heftige Kämpfe am unteren San, wo wir den Gegner an mehreren Punkten auf das westliche Ufer übergehen ließen, um ihn angreifen und schlagen zu können. Die übergegangenen russischen Kräfte sind bereits überall dicht an den Fluss gepresst. Bei Zarzecze machten wir über 1000 Gefangene. Teile unseres Heeres erschienen überraschend vor Iwangorod, schlugen zwei feindliche Divisionen, nahmen 3600 Russen gefangen und erbeuteten eine Fahne und fünfzehn Maschinengewehre. Bei der Rückkehr von einer erfolgreichen Aktion auf der Save stieß unser Flussmonitor „Temes" auf eine feindliche Mine und sank. Von der Besatzung werden 33 Personen vermisst die übrigen sind gerettet.

Der stellvertretende Chef des Generalstabes.

D. Höfer, Generalmajor.


 

 

Fortschritte im Westen — Englische Verluste.

WTB. Großes Hauptquartier, 24. Oktober, vorm. (Amtlich.)Die Kämpfe am Yser=Kanalabschnitt sind außerordentlich hartnäckig. Im Norden gelang es uns, mit erheblichen Kräften den Kanal zu überschreiten. Östlich Yperns und südwestlich Lille drangen unsere Truppen in heftigen Kämpfen langsam weiter vorwärts. Ostende wurde gestern in völlig zweckloser Weise von englischen Schiffen beschossen.

Im Argonnenwald kamen unsere Truppen ebenfalls vorwärts, es wurden mehrere Maschinengewehre erbeutet und eine Anzahl Gefangene gemacht. Zwei französische Flugzeuge wurden hier herunter geschossen. Nördlich von Toul bei Flirey lehnten die Franzosen eine ihnen von uns zur Bestattung ihrer in großer Zahl vor der Front liegenden Toten und zur Bergung ihrer Verwundeten angebotenen Waffenruhe ab.

Westlich Augustow erneuten die Russen ihre Angriffe, die sämtlich abgeschlagen wurden.

Berlin. (Amtlich.) Die bereits früher nicht amtlich gemeldete, am 13. Oktober mittags erfolgte Vernichtung des englischen Kreuzers „Hawke" durch ein deutsches Unterseeboot wird hierdurch amtlich bestätigt. Das Unterseeboot ist wohlbehalten zurückgekehrt.

Am 20. Oktober ist der englische Dampfer „Elitra" an der norwegischen Küste von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden, nachdem die Besatzung auf Aufforderung das Schiff auf den Schiffsbooten verlassen hatte.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

Behnke.


 

 

Vordringen im Westen und Osten. 500 Engländer, 1800 Russen gefangen.

WTB. Großes Hauptquartier, 25. Oktober, vormittags (Amtlich.) Der Yvere- und Yperen-Kanal ist zwischen Nieuport und Dixmuiden nach heftigen Kämpfen am 24, Oktober von uns mit starken Kräften überschritten worden. — Östlich und nordöstlich Ypern hat sich der Feind verstärkt. Trotzdem gelang es unseren Truppen an mehreren Stellen vorzudringen. Etwa 500 Engländer, darunter 1 Oberst und 28 Offiziere wurden gefangen genommen.

Im Osten haben unsere Truppen die Offensive gegen Augustow ergriffen. In Gegend Iwangorod kämpften unsere Truppen Schulter an Schulter mit den österreichisch-ungarischen Truppen. Sie machten 1800 Gefangene.


 

 

Die Kriegslage am 27. Oktober vormittags.

WTB. Großes Hauptquartier, 27. Oktober, vormittags. (Amtlich.) Mitteilung der Heeresleitung. Die Kämpfe am Abschnitte des Yser-Ypern-Kanals bei Ypern und südwestlich Lille werden mit größtmöglicher Hartnäckigkeit fortgesetzt. Die deutschen Truppen haben auch gestern Fortschritte gemacht. Auf dem übrigen Teile der Kampffront im Westen haben sich wesentliche Ereignisse nicht zugetragen.

Westlich Augustow ist der Angriff der Deutschen in langsamem Vorschreiten. Südwestlich Warschau sind alle Angriffe starker russischer Kräfte von unseren Truppen zurückgewiesen worden. Nördlich Iwangorod haben neue Armeekorps die Weichsel überschritten.


 

 

Über 10 000 Russen gefangen.

WTB. Wien, 27. Oktober. (Amtlich.) Die Situation in Mittelgalizien ist unverändert. Südwestlich Iwangorod stehen unsere bravourös fechtenden Korps, von welchem eins allein 10000 Gefangene machte, im Kampfe gegen überlegen Kräfte.


 

 

WTB. Großes Hauptquartier, 28. Oktober 1914. (Amtlich.) Mitteilung der obersten Heeresleitung. Die Kämpfe bei Nieuport und Dixmuiden dauern noch an. Die Belgier erhielten dort erhebliche Verstärkungen. Unsere Angriffe wurden fortgesetzt. Sechzehn englische Kriegsschiffe beteiligten sich am Kampfe. Gegen unseren rechten Flügel war ihr Feuer erfolglos. Bei Ypern ist die Lage am 27. unverändert geblieben. Westlich Lille wurden unsere Angriffe erfolgreich fortgesetzt.

Im Argonnenwalde sind wieder einige feindliche Schützengräben genommen, deren Besatzung zu Gefangenen gemacht wurde. An der Westgrenze hat sich weiter nichts Wesentliches ereignet.

In Polen mussten die deutsch-österreichischen Truppen vor neuen russischen Kräften, die von Iwangorod, Warschau und Nowogeorgiewsk vorgingen, ausweichen, nachdem sie bis dahin in mehrtägigen Kämpfen alle russischen Angriffe erfolgreich abgewiesen hatten. Die Russen folgten zunächst nicht. Die Loslösung vom Feinde geschah ohne Schwierigkeit. Unsere Truppen werden sich der Lage entsprechend neu gruppieren.

Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz sind keine wesentlichen Änderungen eingetreten.


 

 

Fortschreitende Angriffe im Westen und Osten

WTB. Großes Hauptquartier, 29. Oktober 1914. (Amtlich.) Mitteilung der obersten Heeresleitung. Unser Angriff südlich Nieuport gewinnt langsam an Boden. Bei Ypern steht der Kampf unverändert. Westlich Lille machen unsere Truppen gute Fortschritte. Mehrere befestigte Stellungen des Feindes wurden genommen, 16 englische Offiziere und 300 Mann zu Gefangenen gemacht und 4 Geschütze erobert. Englische und französische Gegenstöße wurden überall abgewiesen.

Eine vor der Kathedrale von Reims aufgestellte französische Batterie mit Artillerie-Beobachter auf dem Turme der Kathedrale musste unter Feuer genommen werden. Im Argonnenwalde wurden die Feinde aus mehreren Schützengräben geworfen und einige Maschinengewehre er

beutet. Südöstlich Verdun wurde ein heftiger französischer Angriff zurückgeschlagen. Im Gegenangriffe stießen unsere Truppen bis auf die feindliche Hauptstellung durch, die sie in Besitz nahmen. Die Franzosen erlitten starke Verluste. Auch östlich der Mosel wurden alle Unternehmungen des Feindes, die an sich ziemlich bedeutungslos waren, zurück gewiesen.

Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz befinden sich unsere Truppen in fortschreitendem Angriff. Während der letzten 3 Wochen wurden hier 13 500 Gefangene gemacht, 30 Geschütze und 39 Maschinengewehre erbeutet.

Auf dem südöstlichen Kriegsschauplatz haben sich die Verhältnisse seit gestern nicht geändert.


 

 

Ein türkischer Kreuzer beschießt russische Häfen.

WTB. Petersburg, 29. Oktober. (Nicht Amtlich.) Die Petersburger Telegraphenagentur meldet: Zwischen 9:30 und 10:30 Uhr vormittags beschoss ein türkischer Kreuzer mit drei Schornsteinen Bahnhof und Stadt Theodosia, und beschädigte die Kathedrale, die griechische Kirche, Speicher am Hafen und Mole. Ein Soldat wurde verwundet. Die Filiale der russischen Bank für auswärtigen Handel geriet in Brand. Um 10:30 Uhr dampfte der Kreuzer nach Südwesten ab. In Noworossijsk kam der türkische Kreuzer „Hamidie" an und forderte die Stadt auf, sich zu ergeben und das Staatseigentum auszuliefern, Bombardierung im Weigerungsfalle androhend. Der türkische Konsul und Beamte wurden verhaftet. Der Kreuzer entfernte sich.

Theodosia (Feodosia) und Noworossijsk sind russische Hafenstädte am Schwarzen Meere.


 

 

 

Frankfurt, 31. Oktober. (Nichtamtlich.)Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus London: Ein Lloydtelegramm meldet, dass verschiedene (jedenfalls türkische) Torpedoboote, deren Namen unbekannt sind, einen Angriff gegen Odessa unternahmen und das russische Kanonenboot „Donetz" am Eingange des Hafens zum sinken brachten. Ein Teil der Bemannung ertrank, wurde getötet oder verwundet. Drei russische Dampfer und ein französischer Dampfer wurden beschädigt und einige Einwohner getötet oder verwundet.

Frankfurt. (Nichtamtlich.) Die „Frankfurter Ztg." meldet aus Konstantinopel: Der türkische Kreuzer „Sultan Jawas Semlin" hat Sewastopol erfolgreich beschossen und die Stadt in Brand gesteckt.

Großes Hauptquartier, 31. Oktober. (Amtlich.) Mitteilung der obersten Heeresleitung: Unsere Armee in Belgien hat gestern Ramskapelle und Bixschote eingenommen und der Angriff auf Ypern schreitet gleichfalls fort, Sandwoorde, Schloss Hollebecke und Wambecke wurden gestürmt. Weiter südlich gewannen wir Boden. Östlich Soissons wurde der Gegner gleichfalls angegriffen und im Laufe des Tages aus mehreren stark verschanzten Stellungen nördlich von Bailly vertrieben. Am Nachmittag wurde dann Bally gestürmt und der Feind unter schweren Verlusten über die Aisne zurückgeworfen. Wir machten 1000 Gefangene und erbeuteten zwei Maschinengewehre.

Im Argonnenwalde sowie östlich Verdun und nördlich Toul brachen wiederholte feindliche Angriffe unter schweren Verlusten für die Franzosen zusammen.

Der Kampf auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz hat noch nicht zu einer Entscheidung geführt. Westlich Warschau folgen die Russen langsam unseren sich neu gruppierenden Kräften.