Extrablatt der Celleschen Zeitung und Anzeigen.

 

November 1914






Die Lage im Westen und Osten. — Ein englischer Kreuzer zum Sinken gebracht. — Kriegserklärung der Türkei an Russland, England und Frankreich.

 

WTB. Großes Hauptquartier, 1. November., vorm. In Belgien werden die Operationen durch Überschwemmungen erschwert, die am Yser-Ypern-Kanal durch Zerstörung der Schleusen bei Neuport herbeigeführt sind. Bei Ypern sind unsere Truppen weiter vorgedrungen. Es wurden mindestens 600 Gefangene gemacht und einige Geschütze der Engländer erbeutet. — Auch die westlich Lille kämpfenden Truppen sind vorwärts gekommen. Die Zahl der bei Bailly gemachten Gefangenen erhöhte sich auf etwa 1500. — In der Gegend von Verdun und Toul fanden nur kleinere Kämpfe statt.

Im Nordosten standen unsere Truppen auch gestern noch in unentschiedenen Kämpfen mit den Russen.

WTB. Berlin, 1. November. Aus London wird amtlich unter dem 31. Oktober gemeldet: Ein deutsches Unterseeboot brachte heute im englischen Kanal den alten Kreuzer „Hermes", der von Dünkirchen zurückkam, durch einen Torpedoschuß zum Sinken. Beinah alle Offiziere und Mannschaften wurden gerettet. — Wie uns von amtlicher Seite mitgeteilt wird, liegt eine Bestätigung der Nachricht deutscherseits noch nicht vor. (Die „Hermes" stammt aus dem Jahre 1898, hat eine Wasserverdrängung von 5700 Tons, eine Geschwindigkeit von 21 Seemeilen und 480 Mann Besatzung.

WTB. Konstantinopel, 31. Oktober. Den Botschaftern Russlands, Englands und Frankreichs sind die Pässe zugestellt worden. Der russische und englische Botschafter reisen heute Abend und der französische Botschafter morgen von Konstantinopel ab.


 

 

Erfolge der Österreicher

Kämpfe zwischen Türken und Russen.

WTB. Wien, 2. November. Amtlich wird verlautbart: 2. November Nachmittag. Die Kämpfe in russisch Polen dauern an. In den Gefechten am San hatten die Russen namentlich bei Roswadow schwere Verluste. Wir brachten dort 400 Gefangene ein und erbeuteten 3 Maschinengewehre. Südlich Stari-Sambor machte eine Gefechtsgruppe gleichfalls 400 Gefangene. In diesem Raume und nordöstlich Turka machte unsere Vorrückung weitere Fortschritte.

Der stellvertretende Chef des Generalstabes.

v. Höfer, Generalmajor.

WTB. Trapezunt, 2, November. An der russisch-türkischen Grenze haben bereits Kämpfe zwischen den russischen und türkischen Truppen begonnen.


 



Fortgang der Kämpfe.

 

WTB. Großes Hauptquartier, 3. Nov. (Amtlich.) Die Überschwemmungen südlich Nieuport schließen jede Operation in dieser Gegend aus, die Ländereien sind für lange Zeit vernichtet. Das Wasser steht zum teil über mannshoch. Unsere Truppen sind aus dem überschwemmten Gebiet ohne jeden Verlust an Mann, Pferd, Geschützen und Fahrzeugen herausgezogen. Unsere Angriffe auf Ypern schreiten vorwärts. Über 2300 Mann, meistens Engländer, wurden zu Gefangenen gemacht, mehrere Maschinengewehre erbeutet.

In der Gegend westlich von Roye fanden erbitterte, für beide Seiten verlustreiche Kämpfe statt, die aber keine Veränderung der dortigen Lage brachten. Wir verloren dabei in einem Dorfgefecht einige hundert Mann als Vermisste und drei Geschütze.

Von gutem Erfolge waren unsere Angriffe von der Aisne östlich von Soissons. Unsere Truppen nahmen trotz heftigsten feindlichen Widerstandes mehrere starke Stellungen im Sturm, setzten sich in Besitz von Chaconne und Soupir,

machten über 1000 Franzosen zu Gefangenen und erbeuteten drei Geschütze und vier Maschinengewehre. Neben der Kathedrale von Soissons brachten die Franzosen eine schwere Batterie in Stellung, deren Beobachter auf dem Kathedralenturm erkannt wurde. Die Folgen eines solchen Verfahrens, in dem ein System erblickt werden muss, liegen auf der Hand.

Zwischen Verdun und Toul wurden verschiedene Angriffe der Franzosen abgewiesen. Die Franzosen trugen teilweise deutsche Helme und Röcke.

In den Vogesen in der Gegend von Marktkirch wurde ein Angriff der Franzosen abgeschlagen. Unsere Truppen gingen hier zum Gegenangriff über.

Im Osten sind die Operationen noch in der Entwickelung, Zusammenstöße fanden nicht statt. Zur Fortnahme einer zur Sprengung vorbereiteten Brücke trieben am 1. November die Russen (1. Sibirisches Armeekorps) die Zivilbevölkerung vor ihrer Vorhut her.

Die oberste Heeresleitung.






WTB. Berlin, 4. November. (Amtlich.) S. M. Großer Kreuzer "York" ist am 4. November vormittags in der Jade auf die Hafenminensperre geraten und gesunken.

Nach den bisherigen Angaben sind 382 Mann, mehr als die Hälfte der Besatzung, gerettet. Die Rettungsarbeiten wurden durch dicken Nebel erschwert.

Der stellvertretende Chef des Generalstabes.

Behncke.




Neue Erfolge unserer Flotte. — Fortschritte im Westen.

WTB. Berlin, 6. November. (Amtlich.) Nach Meldungen des englischen Pressebureaus ist am 1. November durch unser Kreuzer-Geschwader in der Nähe der chilenischen Küste der englische Panzer-Kreuzer ,,Monmouth“ vernichtet, der Panzer-Kreuzer „Good Hope" schwer beschädigt. Der kleine Kreuzer "Glasgow" ist beschädigt entkommen. Auf deutscher Seite waren beteiligt die großen Kreuzer „Scharnhorst" und „Gneisenau" und die kleinen Kreuzer "Nürnberg", „Leipzig" und „Dresden". Unsere Schiffe haben anscheinend nicht gelitten.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

Behncke.

 

WTB. Großes Hauptquartier, 6. Nov. vormittags. (Amtl.) Unsere Offensive westlich und südwestlich Ypern macht gute Fortschritte. Auch bei Baffee, nördlich Arras und in den Argonnen wurde Boden gewonnen. Unter schweren Verlusten für die Franzosen eroberten unsere Truppen einen wichtigen Stützpunkt in Boix brulee südwestlich St. Mihiel.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts Wesentliches ereignet.

Oberste Heeresleitung.

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HMS Monmouth

 

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HMS Good Hope

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Die letzten Kämpfe im Westen und Osten.

WTB. Großes Hauptquartier, 7. November, vorm. (Amtlich.) Unsere Angriffe in der Richtung Ypern machten auch gestern, besonders südwestlich Ypern, Fortschritte. Etwa 1000 Franzosen wurden zu Gefangenen gemacht und 3 Maschinengewehre erbeutet. Französische Angriffe westlich Noyon sowie auf die von uns gewonnenen Orte Vailly und Chavonne wurden unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen. Der von uns eroberte und nur schwach besetzte Ort Soupir und der Westteil von Sapigneul, der dauernd unter starkem Artilleriefeuer lag, musste von uns geräumt werden. Bei Serron wurde der Feind abgewiesen, im Argonnenwald weiter zurückgedrängt.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz wurden drei russische Kavallerie-Divisionen, die die Warta oberhalb Kolo überschritten hatten, geschlagen und über den Fluss geworfen. Im übrigen kam es dort zu keinem Zusammenstoße.

Oberste Heeresleitung.


 



Tsingtau gefallen.

 

WTB. Berlin, 7. November. (Amtl.) Nach amtlicher Meldung des Reuterbureaus aus Tokio fiel Tsingtau nach heldenhaftem Widerstande am 7. d. M. morgens.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

Behncke.




Weitere Erfolge im Westen.

 

WTB. Großes Hauptquartier, 8. November., vormittags. (Amtlich.) Unsere Angriffe bei Ypern und westlich Lille wurden gestern fortgesetzt. Am Westrande der Argonnen wurde eine wichtige Höhe bei Pienne-la-Chateau um die wochenlang gekämpft worden ist, genommen. Dabei wurden 2 Geschütze und 2 Maschinengewehre erbeutet. — Sonst verlief der nebelige Tag auf dem westlichen Kriegsschauplatz ruhig.

Vom Osten liegen keine Nachrichten vor.

Oberste Heeresleitung.




Große Erfolge im Westen. Dixmuiden genommen. — Die „Emden" verloren

 

WTB. Großes Hauptquartier 11. November, vorm. (Amtlich.) Im Yserabschnitt machten wir gestern gute Fortschritte. Dixmuiden wurde erstürmt. Mehr als 500 Gefangene und 9 Maschinengewehre fielen in unsere Hände. Weiter südlich drangen unsere Truppen über den Kanal vor. Westlich Langemarq brachen junge Regimenter unter dem Gesang „Deutschland über alles" gegen die erste Linie der feindlichen Stellungen vor und nahmen sie. Etwa 2000 Mann französische Linieninfanterie wurden gefangen und 6 Maschinengewehre erbeutet. Südlich Ypern vertrieben wir den Gegner aus St. Eloi, um das mehrere Tage, erbittert gekämpft ist. Etwa 1000 Gefangene und 6 Maschinengewehre gingen in unseren Besitz über. Trotz mehrerer heftiger Gegenangriffe der Engländer blieb die beherrschende Höhe nördlich Armentiers in unserer Hand. Südwestlich Lille kamen unsere Angriffe vorwärts. Große Verluste erlitten die Franzosen bei dem Versuche, die beherrschenden Höhen nördlich Bienne-le-Chateau am Westrande der Argonnen zurückzuerobern.

Auch im Argonnerwalde sowie nordöstlich und südlich Verdun wurden französische Vorstöße überall zurückgeworfen.

Vom östlichen Kriegsschauplatz liegen keine Nachrichten von Bedeutung vor.

Oberste Heeresleitung.

 

WTB. Berlin, 11. Nov. Amtlich. Nach amtlicher Bekanntmachung der englischen Admiralität wurde S. M. Schiff „Emden" am 9. November früh bei den Kokosinseln im indischen Ozean, während eine Landungsabteilung zur Zerstörung der englischen Funken- und Kabelstation ausgeschifft war, von dem australischen Kreuzer „Sydney" angegriffen. Nach hartnäckigem verlustreichen Gefechte ist endlich S. M. Schiff „Emden" durch die überlegene Artillerie des Gegners in Brand geschossen und von der eigenen Besatzung auf Strand gesetzt.

Die englische Admiralität gibt ferner bekannt, das S. M. Schiff „Königsberg" im Rusidsphi-Flusse in Deutsch-Ostafrika, 6 Seemeilen oberhalb der Mündung, von dem englischen Kreuzer ,,Chatam" durch Versenken eines Kohlendampfers blockiert worden ist. Ein Teil der Besatzung soll sich in einem befestigten Lager an Land verschanzt haben. Eine Beschießung durch „Chatam" scheint ohne Wirkung gewesen zu sein.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

Behncke.




 

WTB. Großes Hauptquartier, 14. November. (Amtlich.) Die Kämpfe in Westflandern dauern noch an, in den letzten Tagen gehindert durch das regnerische Wetter. Unsere Angriffe schritten weiter langsam vorwärts. Südlich Ypern wurden 700 Franzosen gefangen genommen.

Englische Angriffe nördlich Lille wurden abgewiesen. Bei Berry au bac mußten die Franzosen eine beherrschende Stellung räumen. Im Argonnenwalde nahmen unsere Angriffe einen guten Fortgang. Die Franzosen erlitten starke Verluste und ließen auch gestern wieder über 150 Gefangene in unseren Händen.

In Ostpreußen dauern die Kämpfe noch an. Bei Stallupönen wurden 500 Russen gefangen genommen. Bei Goldau fiel noch keine Entscheidung. In der Gegend von Wloclawec wurde ein russisches Armeekorps zurückgeworfen. 1500 Gefangene und 12 Maschinengewehre fielen in unsere Hände.

Oberste Heeresleitung.


 



Die Kämpfe am 14. November.

 

WTB. Großes Hauptquartier, 15. November. vormittags. (Amtlich.) Die Kämpfe auf dem rechten Flügel zeitigten auch gestern, durch ungünstiges Wetter beeinflusst, nur geringe Fortschritte. Bei dem mühsamen Vorarbeiten wurden einige hundert Franzosen und Engländer gefangen und zwei Maschinengewehre erbeutet.

Im Argonnenwalde gelang es, einen starken französischen Stützpunkt zu sprengen und im Sturme zu nehmen. Die Meldung der Franzosen, sie hätten

eine deutsche Abteilung bei Coincourt südlich Marsal in Unordnung gebracht, ist erfunden. Die Franzosen hatten vielmehr hier erhebliche Verluste, während wir keinen Mann verloren.

Im Osten dauern an der Grenze Ostpreußens und in Russisch - Polen die Kämpfe fort; eine Entscheidung ist noch nicht erfolgt.

Oberste Heeresleitung.


 



Sieg in Rußland.

 

WTB. Großes Hauptquartier, 16. November. (Amtlich). Auf dem westlichen Kriegsschauplatze war gestern die Tätigkeit beider Parteien infolge des herrschenden Sturmes und Schneetreibens nur gering. In Flandern schritten unsere Angriffe langsam vorwärts. Im Argonnenwalde errangen wir jedoch einige größere Erfolge.

Die Kämpfe im Osten dauern fort. Gestern haben unsere in Ostpreußen kämpfenden Truppen den Feind in der Gegend südlich von Stallupönen zurückgeworfen. Die aus Westpreußen operierenden Truppen wehrten bei Soldau den Anmarsch russischer Kräfte erfolgreich ab und warfen am rechten Weichselufer vormarschierende starke russische Kräfte in einem siegreichen Gefechte bei Lipno auf Plock zurück.

In den Kämpfen wurden bis gestern 5000 Gefangene gemacht und 10 Maschinengewehre genommen.

In den seit einigen Tagen in Fortsetzung des Erfolges bei Woclawec stattgehabten Kämpfen fiel die Entscheidung:

Mehrere uns entgegengetretene russische Armeekorps wurden bis über Kutnow zurückgeworfen, sie verloren nach den bisherigen Feststellungen 23 000 Mann an Gefangenen und mindestens 70 Maschinengewehre und Geschütze, deren Zahl noch nicht feststeht.

Oberste Heeresleitung.


 





WTB. Großes Hauptquartier, 18. November. vormittags. (Amtlich.) Die Kämpfe in Westflandern dauern fort, die Lage ist im Wesentlichen unverändert. Im Argonnenwalde schritt unser Angriff erfolgreich vor. Französische Angriffe nördlich Verdun wurden abgewiesen. Angriffe gegen unsere bei Saint Mihiel auf das westliche Maßufer geschobene Kräfte brachen nach anfänglichem Erfolge gänzlich zusammen. Unser Angriff südöstlich Cirey veranlasste die Franzosen einen Teil ihrer Stellung aufzugeben. Schloss Chatillon ist von unseren Truppen im Sturm genommen.

In Polen nördlich von Lods haben sich neue Kämpfe entsponnen, die Entscheidung steht noch aus. Südlich Soldau wurde der Feind zum Rückzuge auf Mlawa gezwungen. Auf dem äußersten Nordflügel wurde am 16. und 17. November starke russische Kavallerie geschlagen und über Pillkallen zurückgeworfen.

Oberste Heeresleitung.






WTB. Berlin, 19. November. (Amtlich.) Am 17. November haben einige unserer Ostseestreitkräfte die Einfahrt des Libauer Hafens durch versenkte Schiffe gesperrt und die militärisch wichtigen Anlagen beschossen. Torpedoboote, die in den Innenhafen eindrangen, stellten fest, das eigentliche Kriegsschiffe nicht im Hafen waren.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

Behncke.

WTB. Großes Hauptquartier, 19. Novbr. vormittags. (Amtlich.) In Westflandern und Nordfrankreich ist die Lage unverändert. Ein deutsches Luftflugzeuggeschwader zwang auf einem Erkundigungsfluge zwei feindliche Luftflugzeuge zum Landen und brachte ein feindliches zum Absturz. Von unseren Flugzeugen wird eins vermißt.

Ein heftiger französischer Angriff in der Gegend von Serwon am Westrande der Argonnen wurde unter schweren Verlusten für die Franzosen zurückgeschlagen. Unsere Verluste waren gering.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatze sind die erneut eingeleiteten Kämpfe noch im Gange.

Oberste Heeresleitung.


 





7000 Russen gefangen.

 

WTB, Wien, 19. Novbr. Amtlich verlautbart am 19. Nov.: Die Schlacht in Russisch-Polen nimmt einen günstigen Fortgang. Nach den bisherigen Meldungen machten unsere Truppen 7000 Gefangene und erbeuteten 18 Maschinengewehre und mehrere Geschütze.

Der stellvertretende Chef des Generalstabes.

von Höfer, Generalmajor.


 





Friedrichshaven, 21. Nov. 1914. (Nichtamtlich.) Wie das "Seeblatt" meldet, erschienen heute Mittag zwei feindliche, anscheinend französische Flugzeuge über der Stadt und führten einen Angriff auf die Zeppelin-Luftschiff-Werft aus, wobei sie etwa 6 Bomben abwarfen, die jedoch keinen Schaden anrichteten. Eins der Flugzeuge wurde sofort abgeschossen, das andere entkam.

Berlin, 21. November. Prinz August Wilhelm erlitt bei einem Automobilunfall auf einer dienstlichen Fahrt einen komplizierten Unterschenkelbruch und eine Kieferkontusion.


 





WTB. Großes Hauptquartier, 24. Nov. vorm. (Amtlich). Englische Schiffe erschienen auch gestern an der flandrischen Küste und beschossen Lonbarzyde und Seebrügge. Bei unseren Truppen wurde nur geringer Schaden angerichtet. Eine Anzahl belgischer Landeseinwohner wurde aber getötet oder verletzt.

Im Westen sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage noch nicht geklärt. In Ostpreußen halten unsere Truppen ihre Stellungen an und nordöstlich der Seenplatte. Im nördlichen Polen sind die dort im Gange befindlichen schweren Kämpfe noch nicht entschieden. Im südlichen Polen steht der Kampf. Gegen Czenstochau auf dem Südflügel nördlich Krakau schreitet der Angriff fort. Die amtliche russische Meldung, daß die Generale v. Libert und v. Pannewitz in Ostpreußen gefangen genommen seien, ist glatt erfunden. Der erstere befindet sich in Berlin, der zweite an der Spitze seiner Truppen. Beide sind seit längerer Zeit nicht in Ostpreußen gewesen.

Berlin, 24. November. (Amtlich.) Nach amtlicher Bekanntgabe der englischen Admiralität vom23. November ist das deutsche Unterseeboot U. 18 durch ein englisches Patrouillenfahrzeug an der Nordküste Schottlands zum Sinken gebracht worden. Nach Meldungen des Reuterschen Bureaus sind durch den englischen Torpedobootzerstörer „Garry" Drei Offiziere und 23 Mann der Besatzung gerettet, ein Mann ist ertrunken.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

v. Behncke.

Rotterdam, 24. November. (Nichtamtlich.) Nach Meldungen aus sicherer Quelle ist der englische Ueberdreadnought „Audacious" am 28. oder 29. Oktober an der Nordküste Irlands auf eine Mine gelaufen und gesunken. Die Admiralität hielt das Ereignis streng geheim, um Aufregung im Lande zu vermeiden.

(Der Dampfer hatte ein Deplacement von 27 000 Tons, eine Maschinenstärke von 27 000 Pferdestärken, eine Geschwindigkeit von 22 Seemeilen, eine Bestückung von zehn 34,3 Ztm. und 16 10,2 Ztm. Geschützen. Die Besatzung betrug ca. 1100 Mann.)


 



Die Kämpfe am 24. November.

 

WTB. Großes Hauptquartier, den 25. November. (Amtlich.) Die englischen Schiffe wiederholten gestern ihre Unternehmungen gegen die Küste nicht. — Die Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatz ist unverändert. Bei Arras machten wir kleine Fortschritte.

In Ostpreußen wiesen unsere Truppen sämtliche russischen Angriffe ab. — Die Gegenoffensive der Russen aus Richtung Warschau ist in Gegend Owicz- Strykow-Brzeziny gescheitert. — Auch in der Gegend östlich Czenstochau brachen sämtliche russischen Angriffe vor unserer Front zusammen.

Oberste Heeresleitung.

WTB. Wien, 25. November. Amtlich wird gemeldet; Das gegenwärtige Ringen in Russisch-Polen dauert fort. Bisher machten unsere Truppen in dieser Schlacht 29000 Gefangene und erbeuteten 49 Maschinengewehre sowie viel sonstiges Kriegsmaterial.

Der stellvertretende Chef des Generalstabes.

von Höfer, Generalmajor.






Ein englisches Kriegsschiff in die Luft geflogen.

WTB. London, 26. November (Nichtamtlich.) In der gestrigen Sitzung des Unterhauses teilte Churchill mit, daß das Linienschiff ,,Bulwark" am 25. morgens in Sheernek in die Luft flog und zwischen 700 und 800 Mann umkamen, während nur 12 gerettet wurden. Die anwesenden Admirale berichteten, sie seien überzeugt, daß die Ursache eine innere Explosion des

Magazins war, da keine Erschütterung des Wassers erfolgte. Das Schiff sank nach 3 Minuten und war verschwunden, als die dichten Rauchwolken sich verzogen hatten. Die Explosion war so stark, das die Gebäude von Sheernek bis auf die Fundamente erzitterten und meilenweit gehört wurde. „Bulwark" stammte aus dem Jahre 1899, hatte 15250 Tonnen Deplacement, 18—19 Meilen Geschwindigkeit, vier 30,5 und zwölf 15 cm Geschütze und 750 Mann Besatzung.


 

Fortschritte in Polen.

 

WTB. Großes Hauptquartier, 30. November, vorm. (Amtlich.) An der ostpreußischen Grenze mißglückte ein Überfallversuch starker russischer Kräfte auf deutsche Befestigungen östlich Darcehmen unter schweren Verlusten. Der Rest der Angreifer, einige Offiziere und 600 Mann, wurden von uns gefangen genommen.

Südlich der Weichsel führten die gestern mitgeteilten Gegenangriffe zu nennenswertem Erfolge: 18 Geschütze und mehr als 4500 Gefangene waren unsere Beute. In Südpolen ist nichts Besonderes vorgefallen.

Oberste Heeresleitung.