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Fleury-devant-Douaumont war bis zum Beginn der Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg ein kleines französisches Bauerndorf im Département Meuse.

Bei der für beide Seiten verlustreichen Schlacht wurde das Dorf Fleury-devant-Douaumont, das im Verlauf der Kämpfe während des Jahres 1916 sechzehnmal den Besitzer wechselte, bis auf einzelne Steine völlig zerstört. Es zählt heute zu den sogenannten Zerstörten Dörfern (Villages détruits), die nicht wiederaufgebaut wurden. Der ohnehin karge Boden der Maas-Höhen rund um die Gemeinde war verseucht durch Sprengstoffe, Munitionsreste, Giftgas, Leichen und Kadaver, so dass viele Bauern den Boden nicht mehr bestellen konnten. Insgesamt gibt es in Frankreich neun dieser völlig zerstörten Orte. Bei der Besichtigung des Geländes ist es immer noch ratsam, auf den Wegen zu bleiben, da weiterhin Blindgänger und anderes Kriegsgerät sowie menschliche Knochen zu finden sind.

Obwohl zerstört und ohne Einwohner, hat Fleury bis heute seinen Status als französische Gemeinde behalten. Der Ort hat eine Postleitzahl und es gibt einen Bürgermeister, der vom Präfekten des Departements Meuse bestimmt wird. Gleiches gilt für die anderen zerstörten und nicht wieder aufgebauten Ortschaften im Kampfgebiet. Die letzten Bürgermeister sind

  • 2001–2008 Léon Rodier
  • 2008–? Jean-Pierre Laparra

Auf dem Platz des ehemaligen Bahnhofes des Dorfes wurde das vom Architekten Charles Legrand von 1963 bis 1967 konstruierte Mémorial de Verdun, eine Gedenkstätte mit Museum erbaut.

Fleury-devant-Douaumont gelangte noch einmal am 22. September 1984 durch die Begegnung von Staatspräsident Mitterrand und Bundeskanzler Kohl in die Weltpresse, als beide Hand in Hand vor dem Beinhaus von Douaumont der Toten der Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg gedachten. Ihre Geste gilt als ein symbolischer Höhepunkt der deutsch-französischen Aussöhnung.