Extrablatt der Celleschen Zeitung und Anzeigen.

Jahrgang 1918


 

Friede mit der Ukraine

WTB. Brest-Litowsk 9. Febr. (Sondertelegramm). heute um 2 Uhr morgens ist der Friede zwischen dem Vierbund und der ukrainischen Volksrepublik unterzeichnet worden.



Ende des Kriegszustandes mit Russland.

WTB. Brest-Litowsk, den 10. Februar. (Sondertelegramm). In der heutigen Sitzung teilte der Vorsitzende der russischen Delegation mit, daß Russland unter Verzicht auf die Unterzeichnung eines formellen Friedensvertrages den Kriegszustand mit Deutschland, Österreich-Ungarn, der Türkei und Bulgarien für beendet erklärt, und gleichzeitig Befehl zur völligen Demobilisierung der russischen Streitkräfte an allen Fronten erteilt.


 

Baldiger Friedensschluss mit Russland.

WTB. Berlin, den 25. Februar 1918. Im Verlaufe seiner heutigen Rede im Reichstag brachte der Reichskanzler Graf Hertling folgende Mitteilung: Gestern ist die Nachricht eingetroffen, dass die Petersburger Regierung unsere Friedensbedingungen angenommen, ihre Vertreter zu weiteren Verhandlungen nach Brest-Litowsk abgesandt. Demgemäß sind auch die deutschen Delegierten gestern Abend dorthin abgereist. Möglich, dass über Einzelheiten noch gestritten wird, aber die Hauptsache ist erreicht Der Friedenswille ist von russischer Seite ausdrücklich kundgetan, unsere Bedingungen sind angenommen und der Friedensschluss muss in Kürze erfolgen.

 


 

Friede mit Russland.

W.T.B. Berlin, 3. März. Der Friede mit Russland ist heute Nachmittag 5 Uhr unterzeichnet worden.


W.T.B. Berlin 23.März 1918.

Fortgang der Offensive. Bisher: 25000 Gefangene, 300 Geschütze, 300 Maschinengewehre.

Unter Seiner Majestät des Kaisers Führung Angriffsschlacht in gutem Fortschreiten. Zwischen Fontaine la Visilles und Monvres in zweite Feindstellung eingedrungen. Yrul, Yraucour, Morchies genommen. Zwischen Gomielieu und 0snignon-Bach die ersten beiden Feindstellungen durchstoßen. Höhen westlich Gouzeancourt, Geudicourt, Willers-Fancon genommen, Feind räumt Stellungen südwestlich Cambrai, wir folgen ihm über Demicourt, Flesopuieres und Ribecourt. Zwischen Aminon-Bach und Somme erkämpften Korps der Heeresgruppe Kronprinz die Höhen Sary und Ronpy und dringen in die 3. Feindstellung ein. Oise, westlich La Fere überschritten. Bisher Beute 25000 Gefangene, 300 Geschütze und 300 Maschinengewehre.

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W.T.B. Berlin 24. März 1918

Siegreiche Schlacht in Frankreich. 30000 Gefangene. 600 Geschütze.

Schlacht bei Monschie, Cambrai. St. Quentin, La Fere genommen Engländer, Franzosen, Amerikaner unter schweren Verlusten geschlagen. Der Feind wurde auf Bapaume, Bouchavesmus, hinter die Somme zurückgeworfen. Die dritte feindliche Stellung ist durchbrochen. Perronne und Ham genommen. Der Kampf dauert fort.


Großes Hauptquartier, den 25. März 1918.

Die Verfolgung des Feindes geht rastlos weiter! 45 000 Gefangene. Weit über 600 Geschütze.

Die Schlacht geht weiter. Neue feindliche Divisionen und zahlreiche Panzerwagen konnten unser Vordringen nicht hindern, Nesle erstürmt. Rastlos geht die Verfolgung weiter- Über 45000 Gefangene, weit über 600 Geschütze, Tausende von Maschinengewehre, unübersehbares Kriegsmaterial erbeutet.


Großes Hauptquartier den 27. März 1918.

Durchbruch englisch-französischer Linien.

Nach siegreichem Durchbrechen englisch-französischer Feindlinien weiteres Vordringen über Trichtergelände der Sommeschlacht. Der Feind weicht beiderseits der Somme. Weiteres nachdringen scharf. Ancre-Uebergang nördlich und südlich Alberts erkämpft. Albert gefallen. Südlich der Somme ist der Feind über Chaulnes und Lihcas zurückgeworfen. Roye erstürmt. Noyon in blutigem Straßenkampf vom Feinde gesäubert. Die Gefangenenzahl wächst, die Beute mehrt sich. Rittmeister von Richthofen 69. und 70. Luftsieg.


Armentieressschlacht in vollen Gange.

WTB. Großes Hauptquartier, 11. April 1918. Armentieres-Schlacht seit 9. April im vollen Gange. Armentieres, Festubert, Südufer Lys, Ostufer Lagu, Engländer- und Portugiesen-Stellung genommen. Nach Erstürmung von Bois-Brewier und Nieuve-Chapelle, stark ausgebaute Ebene im ersten Anlauf überwunden. Lys bis St. Maur überschritten. Gestern beiderseits Wameton, Hollebeke und im Anschluss die Engländer-Linien genommen. Höhe von Meesen erstürmt und behauptet. Die Straße Ploegsteet — Armentieres ist erreicht. Lys zwischen Armentieres und Estaires vielfach überschritten. Kampf mit neu herangeführten Engländer-Truppen. Die Gefangenenzahl stieg über l0000.


Siege im Westen.

WTB. Großes Hauptquartier, 12. April 1918. Armentieres durch Truppen des Generals von Eberhard und von Stetten umfaßt, mit 50 Offizieren, über 3000 Mann Besatzung, 45 Geschützen, große Munitionsmengen, reiche andere Beute, gefallen. Raumgewinn nordwestlich und westlich Armentieres. Die Truppen des Generals von Stetten und von Carlowitz haben den Feind über 4. Engländer-Stellung in Richtung Bailleul, Merville zurückgeworfen. Merville genommen. Bisher festgesetzte Gesamtbeute in der Schlacht von Armentieres 20 000 Gefangene, über 200 Geschütze.

Französische Angriffe westlich Moreil zusammengebrochen. 300 Gefangene.


WTB. Großes Hauptquartier, 30. Mai 1918.

Brandenburger Truppen haben Soissons genommen.

An den Kampffronten zwischen Ypern und Oise nahm die Gefechtstätigkeit vielfach zu. Örtliche Infanterie-Gefechte des Angriffs der Kampf-Armee des Deutschen Kronprinzen schreiten siegreich vorwärts. Nördlich der Aisne wurde im harten Kampf bei Creey, Invigny und Cuffries Gelände gewonnen. Brandenburger Truppen haben Soissons genommen. Südlich der Vesle brach die in der Bildung begriffene neue Front der Franzosen in dem unaufhaltsamen Angriff unserer Divisionen zusammen. Wir warfen den Feind nach hartnäckigem Widerstand bis über die Linie Villemontoire—Fereen-Tar denois-Coulonges-Bronillet—Branscous zurück. Die Forts der Nordwestfront von Reims sind gefallen. Der Nordteil von La Neuvilette und Betheuy wurden genommen. Die Gefangenenzahl ist auf 35 000 gestiegen. Die Beute an Artillerie und Kriegsmaterial ist gewaltig. Geschütze aller Art bis zu Eisenbahn- Geschützen schwersten Kalibers wurden erobert. Das stürmische Vordringen unserer Truppen verwehrte dem Feinde die im eroberten Gebiete aufgestapelten reichen Kriegsvorräte zurückzuführen. Große Bestände fielen in Soissons, Braine und Fismes in unserer Hand. Ausgedehnte Munitionslager, Eisenbahnzüge, Lazarettanlagen mit zahlreichen Sanitätsausrüstungen kamen in unseren Besitz. Flughafen mit kampfbereiten Maschinen und Flugzeugmaterial wurden erbeutet.

Bei den Heeresgruppen Dallwitz und Herzog Albrecht lebte die Gefechtstätigkeit nur zeitweilig auf. Unsere Flieger schossen in drei Tagen 38 feindliche Flugzeuge ab. Oberleutnant Berthold errang feinen 29. Luftsieg, Oberleutnant Roeth brachte in einem Fluge von Dixmuiden nach Ypern 5 Fesselballons brennend zum Absturz.

Der Generalquartiermeister: Ludendorff.


 

*Redaktion:H. Pfingsten, Celle. Druck und Verlag von Schweiger & Pick, Celle.