August 1914

 


Ausgabe 1 vom 16. August 1914
Nr. 1 vom 16. August 1914

Berlin, 16. August 1914. Seine Majestät hat an den Oberpräsidenten von Berlin folgenden Erlass gerichtet: „Der Fortgang der kriegerischen Operationen nötigt mich, mein Hauptquartier von Berlin zu verlegen. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, der Berliner Bürgerschaft mit meinem Lebewohl innigsten Dank zu sagen für alle Kundgebungen und Beweise der Liebe und Zuneigung, die ich in diesen großen, schicksalsschweren Tagen erfahren habe. Ich vertraue fest auf Gottes Hilfe, die Tapferkeit von Herr und Marine und die unerschütterliche Einmütigkeit des deutschen Volkes in der Stunde der Gefahr. Unserer gerechten Sache wird der Sieg nicht fehlen".


Nr. 2 vom 17. August 1914
Nr. 2 vom 17. August 1914

Berlin, 17. August 1914. Nach der Einnahme von Lüttich hat die deutsche Regierung in Brüssel mitteilen lassen, das, nachdem die Belgische Armee ihre Waffenehre auf das glänzendste gewahrt habe, die deutsche Regierung zu jedem Abkommen mit Belgien bereit sei, das sich irgendwie mit dem Kampfe gegen Frankreich vereinigen lasse. Belgien solle geräumt werden, sobald die Kriegslage es gestattet. Die Antwort Belgiens ging am 13. August ein. Belgien wiederholt seine frühere Ablehnung.

 


Nr. 4 vom 18. August 1914

Deutscher Sieg bei Stallupönen.

W.T.B. Berlin, 18. August 1914. Das Generalkommando des ersten Armeekorps meldet: Am 17. August fand ein Gefecht bei Stallupönen statt, worin die Truppenteile des ersten Armeekorps mit unvergleichlicher Tapferkeit kämpften, sodass der Sieg erfochten wurde. Mehr als 3.000 Gefangene und sechs Maschinengewehre fielen in unsere Hände. Viele weitere russische Maschinengewehre, die nicht mitgeführt werden konnten, wurden unbrauchbar gemacht.

Japanisches Ultimatum an Deutschland?

Berlin, 18. August 1914. Hier geht das Gerücht, das Japan im Begriff ist, ein Ultimatum an Deutschland wegen Kiautschous zu stellen.

Berlin, 19. August 1914. Das Berliner Polizei- Präsidium ordnet an, dass die japanische Botschaft mit einem starken Polizeikordon zu umgeben sei. In der 2. Nachtstunde waren noch alle Räume des japanischen Botschaftshotels beleuchtet. Man konnte von der Straße aus sehen, wie in allen Räumen gearbeitet wurde. Die Räume des Berliner Nippon-Klubs sind schon seit mehreren Tagen fast ganz verwaist. Im Interesse der in Ostasien lebenden Deutschen muss man den dringenden Wunsch aussprechen, das die hier wohnenden Japaner vom Publikum unbehelligt bleiben.


 

Nr. 5 vom 19.August 1914

Berlin, 19. August 1914. Die 5. französische Kavallerie-Division wurde heute unter schweren Verlusten von unserer Kavallerie zurückgeworfen. Bayrische und badische Truppen schlugen die bis 15 km nordwestlich Schlettstadt vorgedrungene 55. Infanterie-Division, brachten ihnen große Verluste bei und warf sie über die Vogesen zurück.


Nr. 6 vom 20. August 1914

Berlin, 19. August 1914. Die 5. französische Kavallerie-Division wurde heute bei Namur unter schweren Verlusten von unserer Kavallerie zurückgeworfen. Bayrische und badische Truppen schlugen die bis 15 km nordwestlich Schlettstadt vorgedrungene 55. Infanterie-Division, brachten ihr große Verluste bei und warfen sie über die Vogesen zurück.

Berlin 20. August. Der hiesige japanische Geschäftsträger übermittelte im Auftrage seiner Regierung dem Auswärtigen Amte eine Note, worin unter Berufung auf das englisch-japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder Abrüstung dieser Schiffe, ferner bis zum 15. September bedingungslose Übergabe des gesamten Pachtgebietes Kiautschou an die japanischen Behörden und unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. August verlangt wird.

Rom, 20. August 1914. 2 Uhr 10 Min., nachts. Der Papst ist gestorben.

 


Nr. 7 vom 21. August 1914

Berlin, 21. August 1914.

Deutsche Truppen rückten gestern in Brüssel ein.


Nr. 8 vom 21. August 1914

Sieg!

Berlin, 21. August 1914. Unter Führung Seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen von Bayern haben Truppen aller deutschen Stämme gestern zwischen Metz und den Vogesen einen Sieg erkämpft. Der mit starken Kräften in Lothringen vorgedrungene Feind wurde auf der ganzen Linie unter schweren Verlusten geworfen. Viele tausend Gefangene und zahlreiche Geschütze sind ihm abgenommen. Der gesamte Erfolg lässt sich noch nicht ersehen, da das Schlachtfeld einen großen Raum einnimmt, auch in den Kämpfen 1870/71 unsere gesamte Armee in Anspruch nahm. Unsere Truppen, beseelt von unhaltbarem Drang nach vorwärts, folgten dem Feinde und setzten den Kampf auch heute fort.

 


Nr. 9 vom 22. August 1914

Herrlicher Sieg!

 

WTB Berlin, 21. August 1914. Die von unseren Truppen zwischen Metz und den Vogesen geschlagenen französischen Kräfte sind heute verfolgt worden. Der Rückzug der Franzosen artete in Flucht aus. Bisher sind mehr als 10.000 Gefangene gemacht und mindestens 50 Geschütze erobert. Die Stärke der geschlagenen feindlichen Kräfte ist auf mehr als 8 Armeekorps festgestellt.


Nr. 10 vom 23. August 1914

Großer Sieg bei Gumbinnen.

W.T.B. 23. August 1914. Starke russische Kräfte gehen gegen die Linie Gumbinnen-Angerburg vor. Das erste Armeekorps griff am 20. August den erneut auf Gumbinnen vorgehenden Feind an und warf ihn. Es machte dabei 8.000 Gefangene und erbeutete 8 Geschütze.

Von einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavalleriedivision war längere Zeit keine Nachricht da. Die Division hat sich mit 2 feindlichen Kavalleriedivisionen herumgeschlagen und traf gestern beim I. Armeekorps mit 500 Gefangenen wieder ein.

Weitere russische Verstärkungen gehen nördlich des Prege's und südlich der masurischen Seenlinie vor.

Über das weitere Verhalten unserer Ostarmee muss noch Schweigen bewahrt werden, um dem Gegner unsere Maßnahmen nicht vorzeitig zu verraten.

Über die Fortschritte im Westen werden in Kürze weitere Mitteilungen folgen. Ein neuer Versuch des Gegners, in Oberelsass vorzudringen, wurde durch den Sieg in Lothringen vereitelt. Der Feind befindet sich auch im Oberelsass im Abzug.


Nr. 12 vom 23. August 1914

Berlin, 23. August 1914. Nördlich Metz hat der deutsche Kronprinz mit seiner Armee zu beiden Seiten von Longwy vorgehend, den gegenüberstehenden Feind gestern siegreich zurückgeworfen. Die in Lothringen siegreiche Armee unter Führung des Kronprinzen von Bayern hat auf der Verfolgung den geschlagenen Feind in der Linie Luneville-Blamont erreicht und setzt die Verfolgung fort.

Vor Namur donnern seit vorgestern Abend die deutschen Geschütze.


Nr. 13 vom 23. August 1914

Berlin 23. August 1914. Auf das japanische Ultimatum wurde dem hiesigen japanischen Geschäftsträger vormittags folgende amtliche Erklärung abgegeben: Auf die Forderung Japans hat die deutsche Regierung keinerlei Antwort zu geben. Sie sieht sich daher veranlasst, ihren Botschafter in Tokio abzuberufen und dem japanischen Geschäftsträger in Berlin die Pässe zuzustellen.


Nr. 14 vom 23. August 1914

WTB. Berlin, 23. August 1914. Truppen, die unter Führung des Kronprinzen von Bayern in Lothringen siegten, haben die Linie Luneville-Blamont-Cirey überschritten. Das XXI. Armeekorps zog heute in Luneville ein. Die Verfolgung beginnt reiche Früchte zu tragen. Außer zahlreichen Gefangenen und Feldzeichen hat der an und in den Vogesen vorgehende linke Flügel bereits 150 Geschütze erbeutet.

Die Armee des deutschen Kronprinzen hat heute Kampf und Verfolgung vorwärts Longwy fortgesetzt.

Die zu beiden Seiten von Neufchateau vorgehende Armee des Herzogs Albrecht von Württemberg schlug eine über den Semois vorgedrungene französische Armee vollständig und befindet sich in der Verfolgung. Zahlreiche Geschütze, Feldzeichen, Gefangene, darunter mehrere Generale sind in ihre Hand gefallen.

Westlich der Maas gehen unsere Truppen gegen Maubeuge vor. Eine vor ihrer Front auftretende englische Kavalleriebrigade wurde geschlagen.

Generalquartiermeister v. Stein.


Nr. 15 vom 24. August 1914
Nr. 15 vom 24. August 1914

W.T.B. Berlin , 24. August 1914. Der K. u. K. österreich-ungarische Botschafter hat heute dem Auswärtigen Amte folgende Mitteilung gemacht: Im Allerhöchsten Auftrage geht an das Kommando des S. M. Schiffes „Kaiserin Elisabeth" in Tsingtau, sowie an die K. u. K. Botschaft in Tokio der telegraphische Befehl, dass die „Kaiserin Elisabeth" in Tsingtau mitzukämpfen habe.

Tsingtau ist die Hauptstadt in Kiautschou.


Nr. 16 vom 25. August 1914
Nr. 16 vom 25. August 1914

Namur gefallen!

W.T.B. Berlin, 25, August 1914. Von Feste Namur 5 Uhr. Stadt in unserem Besitze. 4 Forts noch beschossen. Der Fall scheint in Kürze bevorzustehen.

Deutsche Sprache in Belgien.

WTB. Berlin, 25. August 1914. Die gesamte Presse Belgiens, mit Ausnahme der von Antwerpen, erscheint in deutscher Sprache. Der deutscherseits eingesetzte Gouverneur hat das weitere veranlasst. Es ist anzunehmen, dass die französische Sprache neben der deutschen beibehalten wird.


Nr. 17 vom 26. August 1914
Nr. 17 vom 26. August 1914

WTB. Berlin, 26. August 1914. Bei Namur sind sämtliche Forts gefallen. Ebenso ist Longwy nach tapferer Gegenwehr genommen.

Gegen den linken Flügel der Armee des deutschen Kronprinzen gingen aus Verdun und östlich starke Kräfte vor, die zurückgeschlagen sind.

Das Ober-Elsass ist bis auf unbedeutende Abteilungen östlich von Kolmar von den Franzosen geräumt.


Nr. 18 vom 27. August 1914
Nr. 18 vom 27. August 1914

Untergang des Kreuzers „Magdeburg".

WTB. Berlin, 27. August 1914. S. M. kleiner Kreuzer „Magdeburg" ist bei einem Vorstoße im finnischen Meerbusen in der Nähe der Insel Odensholm im Nebel auf Grund geraten. Hilfeleistung durch andere Schiffe war bei dem dicken Wetter unmöglich.

Da es nicht gelang, das Schiff abzubringen, wurde es beim Eingreifen weit überlegener russischer Streitkräfte in die Luft gesprengt und hat so einen ehrenvollen Untergang gefunden. Unter dem feindlichen Feuer wurde vom Torpedoboot V. 26 der größte Teil der Besatzung des Kreuzers gerettet. Die Verluste von „Magdeburg" und V. 26 stehen noch nicht fest. Bisher gemeldet: tot 17, verwundet 21, vermisst 85, darunter der Kommandant der „Magdeburg". Verlustlisten werden sobald wie möglich herausgegeben werden.


Nr. 19 vom 28. August 1914

WTB. Großes Hauptquartier, 28. August 1914. Das deutsche Westheer drang neun Tage nach Beendigung seines Aufmarsches unter fortgesetzt siegreichen Kämpfen in französisches Gebiet von Cambrai bis zu den Südvogesen vor. Feind überall geschlagen, befindet sich im vollen Rückzuge. Die Größe seiner Verluste an gefallenen, Gefangenen und Trophäen lässt sich bei der gewaltigen Ausdehnung der Schlachtfelder in zum Teil unübersichtlichem Waldgelände noch nicht annähernd übersehen. Die Armee des Generalobersten v. Kluck warf die englische Armee bei Maubeuge, griff sie heute südwestlich von Maubeuge unter Umfassung erneut an. Die Armeen des Generalobersten v. Bülow, Generalobersten Freiherrn v. Hausen schlugen etwa 8 Armeekorps französischer und belgischer Truppen zwischen Sambre – Namur - Mons in mehrtägigen Kämpfen vollständig und verfolgen sie jetzt östlich Maubeuge vorbei. Namur fiel nach zweitägiger Beschießung. Der Angriff auf Maubeuge ist eingeleitet. Die Armee des Herzogs Albrecht v. Württemberg verfolgte den Feind über den Semois und überschritt die Maas. Die Armee des deutschen Kronprinzen nahm die befestigte Stellung des Feindes vorwärts Longwy und wies einen starken Angriff gegen aus Verdun vorgehende Truppen ab. Longwy ist gefallen. Die Armee des Kronprinzen von Bayern wurde bei der Verfolgung in Lothringen von neuen feindlichen Kräften aus der Position von Nancy und aus südlicher Richtung angegriffen, wies aber den Angriff zurück. Die Armee des Generalobersten Heeringen setzt die Verfolgung in den Vogesen nach Süden fort. Das Elsass ist vom Feinde geräumt. Aus Antwerpen machten vier belgisch Divisionen gestern und vorgestern einen Angriff gegen unsere Verbindungen in der Richtung nach Brüssel. Die zur Einschließung Antwerpens zurückgelassenen Kräfte schlugen die belgischen Truppen, machten viele Gefangene und erbeuteten Geschütze. Die belgische Bevölkerung beteiligte sich fast überall an den Kämpfen, daher wurden strengste Maßnahmen zur Unterdrückung der Franktireur-Banden angewandt. Die Sicherung der Etappenlinien musste bisher den Armeen überlassen bleiben, da diese aber für den weiteren Vormarsch die zu diesem Zwecke zurückgelassenen Kräfte notwendig in der Front brauchen, befahl Seine Majestät die Mobilmachung des Landsturmes. Der Landsturm wird zur Sicherung der Etappenlinien und Besetzung Belgiens mit herangezogen. Dieses unter deutsche Verwaltung tretende Land soll für Heeresbedürfnisse aller Art ausgenutzt werden, um das Heimatgebiet zu entlasten.

Generalquartiermeister von Stein.


Nr. 20 vom 28. August 1914
Nr. 20 vom 28. August 1914

WTB. Berlin, 28 August 1914. Nach einer Meldung des Pariser „Excelsior" aus Johannesburg, haben zwischen deutschen Truppen und den Engländern bei Upongton im Betschuanaland Kämpfe stattgefunden. Man befürchtet den Vormarsch der deutschen auf Kimberley.

Wien, 28 August 1914. Die österreich-ungarische Regierung hat Belgien den Krieg erklärt. Dem belgischen Gesandten wurden die Pässe zugestellt. Die Kriegserklärung wird damit begründet, dass Belgien den Feinden der Monarchie, Frankreich, Russland und England, Hilfe leistet, sowie mit der schlechten Behandlung, die österreichischen Beamten und Staatsbürgern unter den Augen der Mitglieder des Königshauses zuteil wurde. Den Schutz der österreichischen Untertanen in Belgien übernimmt die amerikanische Gesandtschaft.

WTB. Berlin, 28. August 1914. Zur Vervollständigung der Siegesmeldungen von der ganzen Linie im Westen dient folgende Schilderung der Lage: Von der Nordsee bis zu den Vogesen, wie aus dem Großen Hauptquartiere vom Berichterstatter des Tageblattes übermittelt wird, dringen die Deutschen siegreich vor. Von Nancy wurde ein starker Vorstoß gegen den linken Flügel der kronprinzlichen Armee unternommen, die zu beiden Seiten von Longwy den Feind verfolgte. Der Vorstoß wurde abgewiesen und die Verfolgung weiter aufgenommen, wobei die englische Armee bei Maubeuge geschlagen und in die Festung teilweise eingeschlossen wurde.

Beim Übergang Longwy's in deutschen Besitz wurden 3.000 Gefangene gemacht, darunter 400 Verwundete. Nur ein Geschütz des Feindes war noch schussfähig, alles andere in Trümmern. Erobert wurden 36 Kanonen. Dem Kommandanten von Longwy, der sich durch Tapferkeit auszeichnete, wurde vom Kronprinzen der Degen gelassen.

 

Kartenausschnitt Montmedy, Militärkarte von 1914, Rocroi, Rethel, Mezieres



Montmedy steht unter starkem Feuer. Die Armee des bayerischen Kronprinzen gab vorläufig die Verfolgung auf, da man sonst unter das Feuer von Toul und Verdun gekommen wäre. Man wartet auf den Feind, der offenbar hier wieder Sicherheit sucht. Hier stehen scheinbar auch von Belfort heraus beförderte Truppen.

Der Ausfall von vier Divisionen aus Antwerpen am 26. des Monats. wurde völlig zurückgewiesen. Bei dem Ausfalle überfielen alle Einwohner der Stadt Löwen die deutschen Kolonnen. Diesen organisierten Überfall hat die Stadt schwer gebüßt. Wer Batice und Herwe sah, fühlt die ganze Schwere und weiß, dass die Universitätsstadt Löwen kaum noch existiert. Die ganze Front ist siegreich. Bisher besteht keine einzige Verpflegungsschwierigkeit. Dazu ist Nordfrankreich ein außerordentlich reiches Land.


Nr. 21 vom 28. August 1914
Nr. 21 vom 28. August 1914

WTB. Großes Hauptquartier. 28. August 1914. Die englische Armee, welcher sich bereits französische Territorial-Divisionen angeschlossen hatten, ist nördlich St. Quentin vollständig geschlagen. Sie befindet sich in völligem Rückzuge über St. Quentin. Mehrere tausend Gefangene, 7 Feldbatterien und eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallen.

 

Mezieres, Ausschnitt aus der Militärkarte Rocroi, Rethel, Mezieres



Südöstlich Mezieres haben unsere Truppen unter fortgesetzten Kämpfen in breiter Front die Maas überschritten. Unser linker Flügel hat nach neuntägigen Gebirgskämpfen die französischen Gebirgstruppen in die Gegend östlich Epinal zurückgetrieben und befindet sich in weiterem siegreichen Fortschreiten.

Der Bürgermeister von Brüssel hat dem deutschen Kommandanten mitgeteilt, dass die französische Regierung der belgischen die Unmöglichkeit versichert habe, sie irgendwie zu unterstützen, da sie selbst völlig in die Defensive gedrängt sei.

Der Generalquartiermeister. v. Stein


Nr. 22 vom 28. August 1914
Nr. 22 vom 28. August 1914

WTB Berlin, 28, August 1914. Das Sperrfort Manonvilles, östlich Luneville, ist in deutschem Besitz.


 Nr. 23 vom 29. August 1914 11:15 Uhr mittags
 Nr. 23 vom 29. August 1914 11:15 Uhr mittags

Großer Sieg in Ostpreußen

WTB. Berlin, 29. August 1914. Unsere Truppen in Preußen unter Führung des Generalobersten von Hindenburg haben die von Narew vorgegangene russische Armee in Stärke von 5 Armeekorps und 3 Kavalleriedivisionen in dreitägiger Schlacht in der Gegend von Gilgenburg-Ortelsburg geschlagen und verfolgen sie jetzt über die Grenze.

Generalquartiermeister von Stein


Nr. 24 vom 29. August 1914
Nr. 24 vom 29. August 1914

WTB. Berlin, 29. August 1914. Im Laufe des gestrigen Vormittages sind bei teilweise unsichtigem Wetter mehrere moderne englische kleine Kreuzer und 2 englische Zerstörer-Flottillen (etwa 40 große Zerstörer) an der deutschen Bucht der Nordsee nordwestlich von Helgoland aufgetreten. Es kam zu hartnäckigen Einzelgefechten zwischen ihnen und unseren leichten Streitkräften. Die deutschen kleinen Kreuzer drängten hartnäckig nach Westen nach und gerieten dabei infolge der beschränkten Sichtweite ins Gefecht mit mehreren schweren Panzerkreuzern. S. M. Schiff „Ariadne" sank, von zwei Schlachtschiff - Kreuzern der Lion-Klasse auf kurze Entfernung mit schwerer Artillerie beschossen, nach ehrenvollem Kampfe. Der weitaus größte Teil der Besatzung, voraussichtlich 250 Köpfe, konnte gerettet werden. Auch das Torpedoboot V 187 ging, von einem kleinen Kreuzer und den Zerstörern aufs heftigste beschossen, bis zuletzt feuernd in die Tiefe.

Ein beträchtlicher Teil der Besatzung wurde gerettet. Die kleinen Kreuzer „Köln" und „Mainz" werden vermisst. Sie sind nach einer Reuter-Meldung aus London gleichfalls im Kampfe mit überlegenen Gegnern gesunken. Ein Teil ihrer Besatzung (9 Offiziere und 81 Mann) (?) scheinen auf die englischen Schiffe gerettet worden zu sein. Nach der gleichen englischen Quelle haben die englischen Schiffe schwere Beschädigungen erlitten.


Nr. 25 vom 31. August 1914
Nr. 25 vom 31. August 1914

30.000 Gefangen!

WTB. Berlin, 31, August 1914. Bei den großen Kämpfen, in denen die russische Armee in Ostpreußen bei Tannenberg – Hohenstein - Ortelsburg geworfen wurde, gerieten nach vorläufiger Schätzung über 30.000 Russen mit vielen hohen Offizieren in die Gefangenschaft.